Welche Sportart passt zu mir?

In den letzten Artikeln wurden die Vorteile von Bewegung und Sport aufgezeigt. Laut einer Studie des FGÖ (Fonds Gesundes Österreich) ist etwa 80% der Österreicher bewusst, dass Bewegung und Sport wichtige Einflussfaktoren auf die Gesundheit sind. Allerdings bewegt sich nur etwa Viertel genug, um von gesundheitsförderlichen Wirkungen ausgehen zu können und ein Drittel hat keinerlei Bewegung im nötigen Ausmaß.

Gründe für diesen Bewegungsmangel können vielfältig sein. Manchmal liegt es aber auch nur daran, dass man noch keine Sportart gefunden hat, die man gerne macht. Genau das ist der Knackpunkt: Bewegung und Sport sollen Spaß machen und Freude bereiten. Wer sich zum Sport quälen muss, hat noch nicht die richtige Sportart für sich entdeckt!

Es gibt zahlreiche Empfehlungen bezüglich der idealen Bewegungsmenge, -intensität und -art. Trotzdem sollte bei der Wahl der Sportart der Funfactor im Vordergrund stehen – es ist immer noch besser, sich 2-3x pro Woche mit Spaß und außerhalb dieser Empfehlungen zu bewegen, als gar nicht.

Freude an der Bewegung stellt sicher, dass man auch langfristig dabei bleibt und das Training zur Stressreduktion und Entspannung beiträgt. Hat man seine Lieblingssportart(en) entdeckt, kann man diese immer noch mit Ausdauer- oder Krafttraining ergänzen.

 

Einflussfaktoren

 

Folgende Faktoren sollten bei der Auswahl der Sportart beachtet werden:

 

1. Körperliche Voraussetzungen

Falls du noch nie Sport gemacht oder bestimmte Krankheiten oder Verletzungen hast, solltest du unbedingt mit deinem Arzt sprechen, bevor du anfängst Sport zu machen. Abhängig von deinem körperlichen Zustand sollte er dir sagen können, welche Sportarten du bevorzugen solltest. Auch bei Übergewicht sind nicht alle Sportarten gleich gut geeignet!

 

2. Motivation

Stell dir selbst die Frage, warum du überhaupt Sport machen möchtest – alle Beweggründe haben ihre Berechtigung.

  • Ästhetische Gründe: Möchtest du deinen Körper verändern und Muskelmasse aufbauen, solltest du dich vor allem auf Krafttraining konzentrieren. Versuche aber trotzdem, 2-3 Ausdauereinheiten pro Woche mit einzubauen!
  • Gewichtsreduktion: Wenn du abnehmen möchtest sind besonders sanfte Ausdauersportarten für dich geeignet. Zum Einstieg eignen sich Schwimmen, flottes Spazierengehen, Nordic Walken oder Radfahren gut für dich. Später kannst du auf intensivere Varianten wie Laufen umsteigen. 2x pro Woche solltest du moderates Krafttraining mit einbauen.Wichtig: Bevor du mit dem Sport anfängst, solltest du zum Arzt gehen!
  • Ärztliche Empfehlung: Sollte dein Arzt dir mehr Bewegung verordnen, wird er dir vermutlich hauptsächlich Ausdauersportarten oder aber Kurse wie Rückenfit empfehlen. Sporteinheiten zu fixen Terminen können hilfreich sein, weil sie verbindlicher sind als das Training alleine und man auch aus sozialen Gründen oft eine höhere Motivation hat, tatsächlich zum Sport zu gehen.
  • Freude an der Bewegung: Du bewegst dich einfach gerne und möchtest dich beim Sport ordentlich auspowern können? Dann probier’s mit Laufen, Triathlon, Spinning oder intensiven Varianten von Kampf- und Tanzsport.
  • Soziale Komponente: Wenn du gerne neue Leute kennenlernst und dich das Training in der Gruppe motiviert, sind Teamsportarten wie Tennis, Volleyball, Hockey oder Lacrosse geeignet, aber auch Gruppentrainings in Studios oder Vereinen. Wer gerne zusammen mit dem Partner Sport macht, sollte Tanzen, Kajaken, Squash, Tennis oder Outdoorsportarten probieren.

 

3. Alter

Bei vielen Sportarten kann man in jedem Alter einsteigen. Besonders geeignet für ältere Sporteinsteiger sind gemäßigte Ausdauersportarten oder andere, weniger intensive Belastungsformen wie Tanz, Tai Chi etc.

 

4. Teamsport vs. Einzelsport

Magst du es, dich in der Gruppe auszutauschen und gegenseitig zu motivieren? Oder hast du auch mal gerne Zeit für dich um den Kopf frei zu bekommen?
Klassische Teamsportarten sind Fußball, Handball oder Volleyball. Die Ausübung dieser Sportarten ist allerdings oft zeitlich wenig flexibel. Vereine oder Kurse in Fitnessstudios bilden eine flexiblere Alternative für Sport in der Gruppe.
Wenn du gerne deine Ruhe hast beim Sport könnten Laufen, Radfahren, Yoga, Wandern oder Nordic Walken etwas für dich sein.

 

5. Action vs. Entspannung

Für Actionfans sind Sportarten wie Mountainbiken, Trailrunning, Kitesurfen und Skifahren gut geeignet.
Wer Sport eher zur Entspannung betreibt sollte Yoga, Pilates, Tai Chi als Indoorvarianten, und Wandern, Skitouren oder entspanntes Joggen als Outdoorvarianten probieren.

 

6. Indoor vs. Outdoor

Du bist bei jedem Wetter gerne draußen? Dann wären Outdoorsportarten wie Laufen, Mountainbiken, Klettern, Kajaken oder Wandern etwas für dich.
Wenn du dich lieber drinnen bewegst, eignen sich Hallensportarten und Kurse in Fitness- oder Sportstudios.

 

7. Zeitliche Flexibilität

Besonders Teamsportarten oder (Vereins-)Kursstunden sind fast immer zeitlich unflexibel. Bei manchen Vereinen gibt es allerdings Semesterkarten o.ä., mit denen man wechselnde Kurse besuchen kann. Auch der Zeitaufwand pro Sportart kann äußerst unterschiedlich ausfallen: Wandern, Mountainbiken und Skifahren zum Beispiel nehmen in der Regel mindestens einen halben Tag in Anspruch und sind wetter- und tageslichtabhängig.

 

8. Kosten

Je nach nötiger Ausrüstung und Vereinsbeiträgen, Kurskosten etc. können sehr unterschiedliche Kosten auf dich zukommen. Zu den teuersten Sportarten zählen Reiten, Segeln und Golf, aufgrund der hohen Kosten für gutes Equipment sind aber auch Radfahren und Skifahren langfristig gesehen relativ teuer.
Sportarten, die man kostenlos bzw. für sehr wenig Geld ausüben kann, sind unter anderem Laufen, Yoga (zuhause), Wandern oder Nordic Walken.

 

9. Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Koordination

Abhängig davon, welche Komponente du besonders verbessern möchtest, sind unterschiedliche Sportarten für dich geeignet. Kampfsport, Klettern und Yoga eignen sich gut, um Beweglichkeit und Koordination zu schulen, während Ausdauersportarten wie Laufen, Inlineskaten oder Spinning die Ausdauer verbessern. Möchtest du vor allem kräftiger werden solltest du dich auf Workouts mit entsprechendem Fokus konzentrieren – egal ob zuhause, im Fitnessstudio oder einer Vereinsgruppenstunde.

 

10. Neues vs. Bekanntes

Vielleicht hast du in deiner Kindheit bereits regelmäßig Sport ausgeübt und im Laufe der Zeit davon abgekommen. Für viele funktioniert es sehr gut, diese Sportarten später wieder aufzunehmen: Die Vertrautheit mit dem Sport kann anfängliche Hemmungen verringern und aufgrund der schönen Erinnerungen die Motivation erhöhen.
Wenn du lieber etwas Neues lernen und dich selbst fordern möchtest, wähle eine Sportart mit komplexen Bewegungsabläufen. Geeignet sind hier z.B. Kampfsportarten (von langsam bis intensiv) oder Yoga, aber auch Poledance, Reiten oder Tanzen.

 

Am besten probierst du mehrere Sportarten aus und entscheidest dich dann für 1-2, die du regelmäßig ausüben möchtest. Wichtig: Eine Einheit ist meistens zu wenig, um wirklich sagen zu können, dass man eine Sportart mag (oder eben nicht). 2-3x solltest du etwas mindestens ausprobieren, bevor du eine Entscheidung triffst.

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